Die Bevölkerung in Mexiko zählt knapp 110 Millionen Einwohner. 60% von ihnen sind Mestizen, also Menschen, bei denen sich der indigene mit dem spanischen Einfluss vermischt hat. Manche Mexikaner sehen fast wie Nordeuropäer aus, bei anderen hat es kaum Vermischung gegeben und sie ähneln sehr den Indígenas. Fast ein Drittel der Bevölkerung ist gehört zu indigenen Völkern, wie sie vor allem im Süden des Landes anzutreffen sind, nur knapp acht Prozent sind direkt europäischer Abstimmung.
In Mexiko beherrschen etwa sechs Prozent der Menschen indigene Sprachen, von denen 62 anerkannt sind, am bekanntesten dabei Náhuatl (der Azteken) und die Maya-Sprachen. Viele der indigenen Völker wurden und werden jedoch in der mexikanischen Gesellschaft ausgegrenzt und von politischer Mitsprache ausgeschlossen. Außerdem wird ihnen nur ein kleines Territorium zugestanden und Wiedergutmachungen der ihnen entrissenen Gebiete im Rahmen der Eroberung durch die Spanier wurden nicht erbracht. All dies führte 1994 zum Aufstand der Zapatisten-Bewegung im Bundesstaat Chiapas, die sich für Autonomie und die Anerkennung ihrer Gebiete einsetzt.
Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen auf dem Land ziehen immer mehr Menschen in die großen Städte in der Hoffnung, Arbeit zu finden. Diese Landflucht führt zu einem rasanten Anwachsen von Mexiko-Stadt, wo kaum noch Grenzen zu den Vorstädten gezogen werden können. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Viele verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Straßenverkäufer, Haushaltshilfen, Gelegenheitsarbeiter auf dem Feld oder im Bau. Ein Tageslohn für einen Bauarbeiter liegt etwa zwischen 100 und 150 Pesos, also sieben bis zehn Euro.
20 % der Einwohner gehören der Mittelschicht an, die zum Teil nach europäischen Standards lebt, ihre Kinder auf Privatschulen schicken kann usw. Das sind beispielsweise Geschäftsinhaber, qualifizierte Facharbeiter bei großen Unternehmen, höhere Beamte oder Intellektuelle. Die Oberschicht bildet nur eine kleine Minderheit der Gesellschaft. Sie sitzt dabei an den politischen und wirtschaftlichen Schalthebeln des Landes.
Es besteht ein großer Unterschied zwischen Arm und Reich, der sichtbar zutage tritt. Anderes als in Europa gibt es kein staatlich-soziales Sicherungssytem und die Wohlhabenden zeigen auch gerne durch einen entprechenden Habitus, zu welcher Schicht sie sich zählen.
Ein Drittel der Mexikaner lebt auf dem Land, jedoch verfügen nur wenige Landwirte über eine Pflug oder Zugtiere. Die landwirtschaftlichen Produkte verkaufen die Bauern auf den lokalen Märkten in den Dörfern. Der Marktplatz ist dabei der wirtschaftliche und soziale Mittelpunkt, wobei der Marktverkauf zu den Aufgaben der Frau gehört.
Das Vorhergehende kann jedoch lokal sehr variieren. Im Süden ist der indigene Einfluss spürbar und Obstmärkte eingeborener Frauen mit ihren Trachten gehören z.B. in Oaxaca zum Straßenbild. Im Norden Mexikos ist die Mittel- und Oberschicht sehr ausgeprägt, amerikanische Supermärkte, große Autos und private Schulen sind nichts Ungewöhnliches.