Um mit einem Mexikaner ins Gespräch zu kommen, muss man ihn wie einen Freund behandeln. Man kann sehr offen sein, denn die Menschen in Mexiko zeigen gerne ihre Gefühle und reden auch darüber. Allgemein sind die Leute sehr interessiert an Fremden und fragen sie über ihre Herkunft aus, was man eher als gastfreundliche Geste und nicht als Belästigung auffassen sollte. Auch wenn es nur ein paar Worte sind – spricht man Spanisch, so öffnet das Türen. US-Amerikaner sind nicht sehr beliebt (aus historischen und politischen Gründen) und werden oft oberflächlich als „Gringos“ bezeichnet. Gibt man sich als Europäer oder Deutscher zu erkennen, so sind die meisten sehr interessiert und offen.
Das „Wie geht es dir?“ ist eine zentrale Frage, die man immer beantworten und erwidern sollte. So wird dem Gegenüber gezeigt, dass die Frage ernst gemeint war und ehrliches Interesse an ihm besteht.
Mexikaner sind ziemlich stolz auf ihr Land und freuen sich, wenn ein lobendes Wort fällt oder man erwähnt, was einem gut gefällt. Das Essen ist ein ideales Gesprächsthema für den Anfang und geduldig erklären die Einheimischen die Spezialitäten ihres Landes. Schließlich ist die mexikanische Küche ja die beste der Welt, wie sie sagen (und das nicht ganz zu Unrecht). Prinzipiell kann man über alles recht offen reden, besonders freuen sich die Leute, wenn man sich nach ihren Familienangelegenheiten erkundigt.
Kritische Themen, wenn man des Spanischen noch nicht so mächtig ist, sind Korruption und Kriminalität.
Viele Mexikaner haben keinen Zugang zu Ironie und Sarkasmus, weshalb diese Form des Scherzens lieber unterlassen werden sollte. Trotzdem sind sie sehr heiter und machen gerne Witze, die mit dem Essen zu tun haben oder gegen die Amerikaner gerichtet sind.
In Mexiko, so wie in allen lateinamerikanische Ländern, ist der Körperabstand während einer Unterhaltung nicht so groß wie wir es gewöhnt sind. Frauen wird bei der Begrüßung (unabhängig vom Alter) ein Kuss auf die Wange gegeben, die Männer vollziehen einen starken Händedruck. Die Leute sind ausgesprochen herzlich und mögen Umarmungen, vor denen man nicht zurückschrecken sollte.
Nach wie vor entspricht das Klischee des Macho oft der Wirklichkeit, weshalb man sich als Frau nicht vor großspurigen Liebeserklärungen täuschen lassen sollte und als Mann auf keinen Fall ein Auge auf eine Mexikanerin werfen sollte, die einen Begleiter hat.
Man sollte vermeiden, von oben herab auf Mexiko zu blicken oder die eigene Kultur als besser darzustellen. Dazu hat man keine Berechtigung und die Mexikaner nehmen einem solch eine Einstellung auch übel.
Wichtig: der Zeitbegriff ist in Mexiko sehr relativ und Verabredungen werden meist nicht genauso eingehalten. Wenn man zehn Uhr für ein Fiesta ausmacht und pünktlich da ist, der wird erstmal eine gute Weile allein sein. Einerseits sind die Mexikaner viel gelassener und genießen eher den Augenblick, andererseits wird durch die Unverbindlichkeit auch das Organisieren von Aufgaben schwierig. „Vamos a ver“ - wir schauen mal...