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Korruption in Mexiko

Korruption in Mexiko - Park in Mérida „Con el dinero baila el perro“, frei übersetzt „Das Geld bringt den Hund zum Tanzen“, ist ein in Mexiko üblicher umgangssprachlicher Ausdruck dafür, welcher auf die allgegenwärtige Korruption in diesem Land anspielt.

Während Mexiko laut dem kürzlich veröffentlichten weltweiten Korruptionsindex von Transparency International „nur“ auf Platz 72 (von 180) landet, so wird jeder, der sich etwas länger im Land aufhält, merken, was es mit der Bestechlichkeit von Institutionen auf sich hat – spätestens im Straßenverkehr. Wer etwa nicht angeschnallt ist und von der Polizei angehalten wird, der zückt schon aus Intuition einen kleinen Geldschein und schlägt dem Beamten ohne Umschweife ein Geschäft vor. Es ist gang und gäbe, dass die Polizisten wegen ihres geringen Lohns ein solches Zuverdienst nicht nur gerne annehmen, sondern sogar verlangen. Die begangenen „Vergehen“ werden dabei nicht nach logischen Prinzipien gewertet, ist es doch erlaubt, auf der Ladefläche eines Pick-Up mitzufahren.

Kurioserweise wird das Bestechen in keinster Weise als anrüchig angesehen, wohl beschwert man sich zwar über die Korruptheit der Politiker, doch im Alltag spielt jeder in diesem System mit. Durch die Korruption gehen dem mexikanischen Staat jährlich Milliardeneinnahmen verloren, so beispielsweise durch das wortwörtliche „Schmieren“ im Erdölkonzern Pemex, was dazu führt, dass öffentliche Investitionen in der Bildung oder zum Ausbau der Infrastruktur Mangelware sind.

Leider äußert sich die Problematik oft sogar auch in der „Zusammenarbeit“ von Polizei und Militär mit Drogenbanden, sodass kriminelle Ringe (vor allem an der US-Grenze) personell oft mit staatlichen Sicherheitskräften verflochten sind. Statt die Kriminalität zu bekämpfen, stecken manche Institutionen selbst mit drin, was zunehmend auf den Protest vieler Mexikaner stößt. Auf politischer Ebene werden durch Ämterkauf und Ähnliches demokratische Spielregeln unterlaufen und die Skepsis in die Regierung wächst an. Um jedoch prinzipiell etwas gegen die Korruption zu tun, müsste die Bevölkerung erst ihre Beteiligung daran im Alltag in Frage stellen.

Als Besucher dieses schönen Landes sollte man sich über dieses Thema im Klaren sein, weil gerade Touristen gerne wegen ihres vermeintlich prallen Geldbeutels in solch unangenehme Situationen kommen könnten.

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