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Spanisch für Mexiko

Kauderwelsch: Spanisch für Mexiko - Wort für Wort

Wie gelangt man nach Mexiko? Man schleicht sich heimlich bei El Paso an den Polizisten vorbei über die Grenze. Niemand nimmt einen wahr im Dunkel der Nacht. Auch die ersten Mexikaner bemerken nichts, da sie unter ihrem Sombrero mit einer Flasche Whiskey im Arm eingeschlafen sind. Nur einer schaut misstrauisch und streicht sich über seinen kräftigen Schnurrbart: „No eres de aqui, ¿hombre?“ Um herauszufinden, ob diese Vorurteile über Mexiko zutreffen, muss man das Land schon einmal selbst besuchen. Und damit man dem argwöhnischen Mexikaner gleich antworten kann, bietet sich die vorige Lektüre des Sprachführers „Spanisch für Mexiko“ aus der Kauderwelsch-Reihe des „Reise Know-How“ Verlags an.

„No, soy alemán“, nein, ich bin Deutscher. Der Mexikaner hatte festgestellt, dass ich wohl nicht „von hier“ komme. Dass in Mexiko gesprochene Spanisch ist etwas anders als das „spanische Spanisch“. Der Sprachführer beschäftigt sich ausdrücklich mit den mexikanischen Besonderheiten. Eine der besonders bei Männern beliebten Mexikanismen sind die „albures“ (Wortspiele). Laut Sprachführer sind diese Witzchen meist sexuellen Inhalts und verwenden eigentlich harmlose Begriffe „für mehr oder weniger kunstvolle zweideutige Anspielungen, die nicht böse gemeint sind“. ¡Caramba!

Aber um diese zu verstehen, muss man erst einmal ein paar Floskeln und Redewendungen kennen. Der Sprachführer verschafft diesen ein eigenes Kapitel, damit auch Menschen, die nicht so bewandert im Spanischen sind, einmal mit einem flotten "¡Qué padre!" (Spitzenmäßig!) glänzen können. Das Buch legt mehr wert auf alltägliche Sprache und schnelles Lernen als auf ausgewogene Grammatik und genaue Kenntnis der Sprache. Für einen Urlaub in Mexiko also genau das Richtige.

Ein zusätzlicher Vorteil des Buches ist die Übersetzung „Wort für Wort“. So wird der Ausruf „¡Me vale camote!“ zunächst mit „mir (es-) ist wert Süßkartoffel“ übersetzt. Die wortwörtliche Übersetzung kann zwar nicht über das deutsche „Ist mir scheißegal!“ hinwegtäuschen, gibt aber einen Eindruck, wie das mexikanische Spanisch aufgebaut ist.

Solche Ausdrücke sollte man als Tourist jedoch vermeiden, denn wie bei jeder Auslandsreise ist Höflichkeit das oberste Gebot. Wichtig könnte auch sein, sich als Europäer auszugeben, da die Mexikaner und die Touristen aus den USA eine Art Hassliebe verbindet. 90% der Touristen kommen aus den Vereinigten Staaten und lassen gern einmal die Vormachtsstellung ihres Landes heraushängen. „¡Pobre México, tan lejos de Dios y tan cerca de los Estados Unidos!“ soll der mexikanische Diktator Porfirio Díaz vor hundert Jahren einmal ausgerufen haben – „Armes Mexiko, so weit von Gott und so nah bei den USA!“

Unterwegs in Mexiko ist man vor allem mit Bus oder Taxi. In der riesigen Hauptstadt Mexiko-Stadt, mit fast 20 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt, kann man auch mit der modernen Metro vorankommen. Sollte man sich ein Auto leihen oder kaufen, sind für den Fall einer Panne Werkzeuge und Ersatzteile unersetzlich. Einen Unfall sollte man dem Sprachführer zufolge allerdings ohne Hilfe der Polizei regeln. Die Gefahr, bis zur Klärung des Falles vorsorglich im Gefängnis zu landen, sei zu groß.

Dank der vielen (Sprach)tipps ist der Sprachführer „Spanisch für Mexiko“ eine gute Vorbereitung für einen Besuch im Lande der Kakteen. Für alle, die nun eine Reise planen, bleibt nur zu sagen: „¡Buen viaje!“


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